© Gerhard Jäger 2013 - 2017
Seit   10-Tausenden   von   Jahren   haben   Menschen   Felszeichnungen   erstellt,   sei   es   in   Höhlen,   auf   Canyonwänden   oder   auf   großen   und   kleinen   Felsbrocken.   Heute   rätseln die   Wissenschaftler   sehr   oft,   warum   diese   Zeichnungen   erstellt   wurden   bzw.   welche   Bedeutung   sie   haben.   Es   gibt   viel   Literatur   über   Rock   Art,   speziell   auch   zum Südwesten der USA, aber meist nur auf Englisch. Mittlerweile findet man auch einiges im Internet, allerdings nur wenige Infos auf Deutsch. Einige   haben   sicherlich   schon   einmal   vor   solch   einer   Felsenzeichnung   gestanden   wie   z.   B.   dem   Newspaper   Rock   auf   der   Fahrt   zum   Canyonlands   NP   oder   dem   Buckhorn Wash Pictograph Panel auf de m Weg zum Wedge Overlook in der San Rafael Swell. Newspaper Rock, UT211, Utah Buckhorn Wash Pictograph Panel, Utah Ich   finde   es   faszinierend,   dass   diese   Kunst   die   lange   Zeit   mehr   oder   weniger   trotz   Umwelteinflüssen   gut   überstanden   hat   und   schaue   mir   daher   diese   Kunstwerke immer mit Ehrfurcht an. Umso weniger kann ich es verstehen, dass es einige gibt, die solch ein Kunstwerk mutwillig zerstören. Es   schwirren   immer   wieder   Begriffe   wie   Petroglyphs   und   Pictographs   durch   die   Literatur   und   manchmal   kommt   es   mir   vor,   als   ob   der   Schreiber   nicht   weiß,   um   was   es sich   dabei   handelt. Auch   ich   hatte   früher   manchmal   zu   einem   Petroglyph   Pictograph   bzw.   zu   einem   Pictograph   Petroglyph   gesagt.   Meine   damaligen   Mitreisenden   hatte es nicht gestört bzw. sie wussten meistens nicht, um was es sich handelt. Rock Art   wird   in   der   Literatur   meistens   als   Felszeichnung   oder   Bildzeichen   benutzt.   In   diesem   Zusammenhang   bedeutet   es,   dass   die   Felszeichnungen   bzw.   Bildzeichen von   prähistorischen   Bewohnern   und   ihre   Nachkommen   erstellt   wurden.   Die   Zeichnungen   sind   nicht   wie   Hieroglyphen   (z.   B.   bei   den   alten   Ägyptern)   zu   sehen,   die Bilder   als   Schriftsprache   verwendeten.   Da   es   keine   schriftlichen   Aussagen   aus   der   damaligen   Zeit   gibt,   kann   man   natürlich   viel   hinein   interpretieren.   Vieles   wird sicherlich   stimmen,   was   man   darüber   geschrieben   hat,   aber   für   alles   würde   ich   nicht   meine   Hand    ins   Feuer   legen.   Aber   diese   Bilder   wurden   sicherlich   nicht   zum Vergnügen in bzw. auf den Felsen erstellt. Black Dragon Canyon, Utah Castle Garden, Wyoming

Einführung Rock Art

Rock Art Etiquette Die   Felszeichnungen   haben   viele   tausend   Jahre   überstanden   und   würden   sicherlich   auch   weitere   tausende   Jahre   überstehen   -   vorausgesetzt   niemand   besucht   sie.   Es sind   schon   viele   Felszeichnungen   verschwunden   oder   zerstört   worden,   z.   B.   dadurch,   dass   Dämme   oder   Highways   gebaut   wurden.   Auch   heute   noch   wer-den   sie zerstört,   weil   Platz   benötigt   wird   für   Hausprojekte.   Auch   durch   Vandalismus   sind   viele   Felszeichnungen   zerstört   worden.   Die   Rock   Art   Stätten   müssen   geschützt werden, auch wenn es noch Zig-Tausende Petroglyphs und Pictographs im Südwesten der USA gibt. Daher sollte man einige Regeln beachten: Sollten die Felsenzeichnungen auf Privatbesitz liegen, muss man sich beim Besitzer die Genehmigung zum Besuch einholen. Das letzte Stück zu der prähistorischen Stätte sollte man Laufen und nicht mit dem Auto hinfahren. Artefakte wie z. B. Scherben darf man zwar aufheben, aber nicht mitnehmen. Niemals Glasware mit zur Stätte nehmen und das was man mitbringt soll man auch wieder mitnehmen. Rock Art niemals reinigen Felszeichnungen soll man nicht berühren, speziell Pictographs nicht. Felszeichnungen nicht mutwillig zerstören, (Sprühfarbe, Felszeichnung herausschlagen, sich nicht mit seinem Monogramm verewigen,……) Man sollte nicht oberhalb der Stätte herum klettern. Es könnten sich Steine lösen und die Felszeichnungen zerstören. Kein Feuer bei Felsenzeichnungen anmachen Keine Durchzeichnungen (Pausen) herstellen, dadurch könnte die Zeichnung zerstört werden. Wenn man Felszeichnungen fotografieren, darf man kein Wasser über das Bild kippen, um es hervor zu heben. Wie findet man diese Felszeichnungen? Es   gibt   schon   viel   Literatur,   in   der   unzählige   Pictographs   und   Petroglyphs   abgebildet   sind.   Aber   genaue   Angaben,   wo   sich   diese   befinden,   sind   eher   selten.   Auch   von Leuten,   die   in   der   Gegend   wohnen,   bekommt   man   sehr   oft   keine   Auskünfte.   Die   Befürchtung   ist   zu   groß,   dass   die   Veröffentlichung   der   Lage   der   einzelnen Felszeichnungen   auch   den   Vandalen   nutzt.   Ich   bin   auch   der   Meinung,   dass   man   nicht   jede   Lage   der   Rock   Art   veröffentlichen   sollte.   Manchmal   bekommt   man   bei staatlichen   Stellen   Auskunft,   z.   B.   beim   Bureau   of   Landmanagement   (BLM)   oder   National   Park   Service.   Bei   meinen   Besuchen   habe   ich   auch   schon   einige   Fels- zeichnungen   gefunden.   Man   muss   nur   seine   Augen   offen   halten   und   dann   findet   man   etwas,   z.   B.   Stellen   mit   dunklem   Wüstenlack   oder   Felsüberhänge   sollte   man immer   absuchen. Aber   auch   auf   großen   Felsblöcken   habe   ich   schon   Felsgravuren   gefunden.   Es   kommt   sehr   häufig   vor,   dass   Felszeichnungen   am   Eingang   eines   Canyons zu finden sind. Dies   ist   keine   wissenschaftliche Abhandlung   sondern   nur   ein   kleiner   Einblick   in   die   Welt   der   Rock Art.   Wer   entsprechende   Literatur   liest,   der   kann   natürlich   noch   viel tiefer   in   die   Bedeutung   und   Geheimnisse   der   Felsenzeichnungen   (Rock   Arts)   eindringen.   Ist   das   Interesse   an   Rock   Art   erst   einmal   geweckt,   dann   lässt   es   einen   nicht mehr los. Und ich habe schon Rock Art in Australien, Afrika und Südamerika gesehen.
Beschädigte Rock Art Rochester Panel, Monogramme Temple Mountain, Schüsse auf eine Figur Newspaper Rock, Gelöschte Buchstaben Buchstaben über dem ganzen Bild
Styles Archäologen   benutzen   den   Begriff   „Style“,   der   sich   auf   die   Designmerkmale   oder   dekorative   Techniken   bei   der   Herstellung   von   Artefakte   beziehen.   Stilistische Merkmale   werden   häufig   verwendet,   um   Informationen   zu   liefern,   z.   B.   die   Identität   des   Herstellers   oder   des   Eigentümers   des Artefakts   oder   die   Identität   der   Gruppe (z.    B.    Fremont    Style),    zu    der    er    oder    sie    gehört.    Archäologen    haben    Gruppen    von    Felsenzeichnungen,    die    sich    ähneln,    einen    Stylenamen    gegeben.    Die unterschiedlichen   Styles   entsprechen   in   der   Regel   bestimmten   Zeiträumen   und/oder   geographische   Regionen.   Archäologen   definieren   Stile   aufgrund   bestimmter Designmerkmale wie Form, Textur, Farbe und die Qualität der Handwerkskunst. Die bekanntesten Rock Art Styles sind Anasazi, Barrier Canyon und Fremont. Daneben gibt auch unbekannte Styles wie Archaic, Western Archaic, Coso Range. Fremont Style (etwa 600 bis 1250 n. Chr.) Der   Fremont   Style   beschreibt   sowohl   eine   Region   als   auch   eine   Zeitraum.   Die   Menschen   in   der   Fremontkultur   lebten   in   Zentral-   und   Nord-Utah   und   im   westlichen Colorado,   also   nördlicher   als   die Anasazi.   Sie   betrieben   Landwirtschaft   und   lebten   in   Pueblos.   Sie   gingen   ab er   auch   auf   die   Jagd,   in   einem   größeren   Umfang   als   ihre Nac hbarn im Süden. Die Fremont - Kultur bestand von  etwa 600 bis 1250 n. Chr. Sego Canyon, Utah In der Nähe von Vernal, Utah Buckhorn Wash, Utah Barrier Canyon Style (etwa 2000 v. Chr. bis 100 v. Chr.) Temple Mountain, Utah Sego Canyon, Utah Head of Sinbad Pictograph, Utah Anasazi (etwa 1500 v. Chr. bis 1350 n. Chr.)  Sand Island Panel, Utah  Newspaper Rock, Utah, die meisten Petroglyphs sind Anasazi Style Historic Ute (etwa 13. bis 16. Jhdt) Die   „Historic   Ute Art“   wird   identifiziert   und   datiert   durch   Pferde   und   Reiterfiguren.   Pferde   wurden   durch   die   Spanier   im   16.   Jhdt.   in   Nordamerika   eingeführt. Andere Elemente   in   den   Zeichnungen   sind   der   weiße   Büffel,   menschliche   Figuren   mit   Leggins   und   große   Kreise,   von   denen   man   annimmt,   dass   sie   Schilde   sind.   Die   Ute   waren Jäger   und   Sammler,   benutzten   Pfeil   und   Bogen   und   lebten   in   Wick iups   (Grasshütten)   und   Tipis.   Die   No-Tah   (Ute   People)   lebten   frei   in   West   Colorado   und   Ost   Utah   bis etw a 1880.  Sego Canyon, Utah  Sego Canyon, Utah Navajo Style(etwa 1500 bis 1750) Crown Canyon, New Mexico Crown Canyon, New Mexico Crown Canyon, New Mexico              Es gibt aber Rock Art Panels, an denen mehrere Styles zu finden sind, z. B. den Newspaper Rock oder das Rochester Panel. Beim Rochester Panel findet man Fremont, Barrier Canyon und Ute Styles. Rochester Panel, Utah Es würde zu weit führen, alle Styles einzeln aufzuführen und zu beschreiben. Wer weiteres dazu wissen will, der findet ausführliche Informationen in der entsprechenden Literatur.                              
Bestimmung des Alters der Rock Art Es   ist   sehr   schwierig,   das   genaue   Alter   der   Rock   Art   zu   bestimmen.   Die   Carbon-Dating   Methode   soll   bei   Felsen   nicht   wirksam   sein,   scheidet   also   aus.   Man   bestimmt daher   das Alter   nach   anderen   Kriterien,   etwa   nach   den   Ruinen,   die   in   der   Nähe   sind   oder   nach   dem   Style   der   Felsenbilder.   Wenn   in   einem   Bild   Körbe   dargestellt   sind und keine Keramik, dann kann man daraus schließen, dass es sich um ein älteres Bild handeln könnte. Durch   das   Finden   von   Pfeilspitzen   ähnlich   derer,   die   man   in   Clovis   und   Folsom   gefunden   hat,   kann   man   schließen,   dass   die   Zeichnungen   in   dieser   Zeit   entstanden   sind. Aber   eine   Garantie   ist   das   natürlich   nicht.   Auch   die   Darstellung   von   Atlatl   lassen   Schlüsse   auf   das   Alter   zu,   ebenso   die   Darstellung   von   Pferde,   die   ja   erst mit   den Spaniern nach Amerika kamen. In der Zeichnung ist ein Pferd zu sehen, also ist dieser Teil nicht so alt. Es sollen fünf oder sechs Technologien geben, die helfen, das Alter von Felsenzeichnungen zu ermitteln. Eins der größten Probleme wird immer sein, genug Material für eine Bestimmung zu bekommen, ohne die Rock Art zu beschädigen. Einige der Rock Arts im Südwesten der USA sollen bis zu 10000 Jahre alt sein, andere sind nur wenige Hundert Jahre alt sein.
3.) Goeglyphs (Itaglios) Obwohl   Geoglyphen   nicht   auf   Felsen   oder   großen   Gesteinsbrocken   bestehen,   werden   sie   im   weiteren   Sinn   zu   den   Rock Art   gezählt.   Die   bekanntesten   Geoglyphen   sind die   Scharrbilder   auf   der   Hochebene   von   Nazca,   Peru.   Die   größten   Scharrbilder   sind   dort   bis   zu   300   Meter   groß.   Vom   Boden   sind   sie   fast   nicht   zu   sehen.   Die   ältesten Geoglyphen   sollen   in   der   Zeit   von   800   v.   Chr.   bis   200   v.   Chr.   entstanden   sein.   Ich   war   1989   in   Per u   und   bin   auch   mit   einem   kleinen   Flugzeug   über   die   Hochebe ne   von Nazca geflogen, denn nur aus großer Höhe  kann man die Bilder gut erkennen. Scharrbild Die Hände perfekte Darstellung eines Affen (ca. 90 Meter groß Kolibri Der   Affe   wurde   1954   von   Maria   Reiche   entdeckt.   Sie   hat   sich   ein   Leben   lang   mit   den   Scharrbildern   von   Nazca   beschäftigt   und   hat   auch   den   größten   Anteil,   dass   die Nazca Linien und Figuren 1994 von der UNESCO als „Linien und Bodenzeichnungen von Nasca und Pampa de Jumana“ zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Goeglyphs   sind   große   Bodenzeichnungen,   die   erstellt   wurden,   indem   man   z.   B.   das   dunklere   Material,   das   den   Wüstenboden   bedeckte,   entfernt   und   das   darunter liegende, hellere Bodenmaterial freilegt. Es gibt drei Formen von Geoglyphen: Die Zeichnungen werden erstellt, in dem man Steine so anordnet, dass sie eine Figur ergeben. Die zweiten Methode ist die schon oben erwähnte, indem man die dunklere obere Schicht entfernt und die darunter liegende hellere Schicht freilegt - wie die Scharrbilder von Nazca. Bei der dritten Methode stampfte man die Zeichnung in die Erde, es entstehen so die Linien, die die Zeichnung ergeben. Goeglyphs   stellen   normalerweise   Konturen   von   Tieren   (Zoomorphs)   oder   menschenähnliche   Figuren   (Anthropomorphen)   dar,   die   etliche   Meter   groß   sein   können. Aufgrund   ihrer   Größe   sind   sie   oft   erst   aus   der   Luft   richtig   zu   erkennen.   In   USA   findet   man   Goeglyphen   auf   Mesas   entlang   des   Colorado   Rivers   speziell   an   der   Grenze von Kalifornien und Arizona wie z. B. die Blythe Intaglios (das größte Geoglyph ist dort etwa 53 Meter groß) in California. Die   Blythe   Intaglios   wurden   erst   1931   von   einem   ansässigen   Piloten   entdeckt   als   er   mit   seinem   Flugzeug   über   dieses   Gebiet   flog.   Sie   wurden   nach   der   zweiten Methode   -   entfernen   der   oberen   dunklen   Schicht   -   erstellt.   Archäologen   sind   sich   nicht   sicher,   wie   alt   diese   Geoglyphen   sind,   es   gibt   noch   keine   Techniken,   um   das Alter zu bestimmen. Sie können über 2000 Jahre alt sein, sollen aber mindestens 450 Jahre alt sein. Nach   den   Movave   und   Quechan   Indians   repräsentieren   die   menschliche   Figuren   Kumastamo,   den   Erschaffer   allen   Lebens.   Die   Tierfiguren   repräsentieren   Hatakuly (Berglöwe),   der   bei   der   Erschaffung   geholfen   hat.   Es   soll   über   300   solcher   Scharrbilder   im   Südwesten   (Arizona,   Kalifornien)   geben,   einige Archäologen   sprechen   sogar vo n über 600 Scharrbildern. Zeremonielle Tänze fan den früher in der Gegend statt, um diese Symbole der Erschaffung des Lebens zu ehren. Blythe Intaglios, California Blythe Intaglios, California Blythe Intaglios, California Nördlich von Quatzsite, Arizona gibt es auch Scharrbilder, z. B. den Bouse Fisherman. Zuerst   ging   man   davon   aus,   dass   das   Bild   Kumastamo,   den   „Schöpfer   des   Lebens“,   dargestellt.   Die   letzten   ethnografischen   Forschungen   haben   ergeben,   dass   die   Figur Kumastamo   darstellt,   wie   er   den   mächtigen   Colorado   River   erschuf,   damit   Wasser   in   die   trockenen   Wüsten   dieser   Region   fließen   kann.   Der   Legende   nach   stieß   er seinen   Speer   in   den   Boden,   aber   das   Wasser,   das   hervorsprudelte,   floss   nach   Norden   anstatt   nach   Süden.   Nach   drei   weiteren   Versuchen   floss   das   Wasser endlich   in   die gewünschte    Richtung    nach    Süd en,    dorthin    wo    es    gebraucht    wurde.    Dann    nahm    er    die    kräftige Quarzpfeilspitze   seines   Speeres   und   kratzte   in   die   Erden   eine   Flussrinne   für   das   Wasser,   die   heute   der Colorado   River   ist.   Vom   Boden   sind   diese   großen   Scharrbilder   schlecht   zu   erkennen,   es   gibt   aber schematische Darstellungen, die die Zeichnungen zeigen.       Bouse Fisherman, Arizona                                                                                       
2.) Pictographs Pictographs sind Bilder, die auf eine Felsenoberfläche gemalt wurden und sie sind weitaus fragiler als Petroglyphen. Man   findet   Pictographs   in   der   Regel   in   geschützten   Nischen   und   Höhlen,   unter   Vorsprüngen   und   Überhängen,   wo   sie   vor Wind   und   Wetter   geschützt   sind.   Man   hat   Stellen   gefunden,   wo   der   Untergrund   (z.   B.   Sandstein)   geglättet   wurde, bevor man das Bild auf den Felsen malte. Die   Farbstoffe   für   die   Bilder   wurden   weitgehend   aus   mineralischen   Stoffen   hergestellt.   (Die   Annahmen   beruhen   auf den    Schluss    von    geprüften    historischen    und    prähistorischen    Sites,    sowie    von    ethnographischen    Studien.).    Es    ist allerdings   unmöglich,   diese Aussage   für   jedes   Pictograph   zu   treffen.   Man   müsste   dieses   Bild   an   einer   Stelle   zerstören, um die Farbzusammensetzung zu bestimmen. Head of Sinbad Pictographs, San Rafael Swell, Utah Farbenstoffe, die in Pictographs am meisten verwendet wurden, sind: rot, aus Hämatit (wird auch Blutstein genannt) oder rotem Eisenoxid, gelb, aus Limonit weiß, meist aus weißem Ton oder Gips schwarz, aus Holzkohle, verbranntem Holz orange, aus einer Mischung von gelben Limonit (wird auch Brauneisenstein genannt) und roten Hämatit grüne und blaue Farbstoffe, die weniger vorkommen, wurden mit Malachit (grün) und Azurit bzw. Türkis (blau) hergestellt. die Mischung der oben genannten Farbstoffe mit weiß Ton ergaben pastellfarbene Picotgraphs. Die   Mineralien   wurden   mit   Trägersubstanzen   (um   die   Farbstoffe   flüssiger   zu   machen)   und   Bindemittel   versehen,   damit   sie   an   dem   Felsen   haften   bleiben.   Wenn   die Farbstoffe   nicht   mit   einem   Bindemittel   vermischt   worden   wäre,   dann   wäre   das   Pictograph   im   Laufe   der   Zeit   verschwunden.   Nach   Studien   bestanden   die   Bindemittel aus einer Kombination von Eiweiß, Pflanzenöl, Tierfette, Blut und verschiedenen Pflanzenextrakten. Als Trägersubstanz benutze man Wasser, Speichel und Urin. Die Maltechniken waren vielfältig, einigen Bilder schienen mit dem Finger auf den Felsen gemalt worden sein. Bei anderen Bildern wurde Pinsel aus Fasern benutzt, wie z. B. Fasern der Yucca-Pflanze. Dann gibt es Bilder, bei denen Schablonen benutzt wurden wie z. B. bei diversen Handabdrücken. Die Farbe wurde hierbei irgendwie aufgesprüht. Und dann gibt es noch Pictographs, die direkt mit der Farbe erstellt wurden z. B ein Kohlestück oder einem Farbklumpen. BuckhornWash Pictograph Panel, Utah; Sego Canyon, Utah Lone Warrior, San Rafael Swell, Utah Hier ist zu sehen, dass mit gelber Farbe über die rotfarbenen Zeichnungen gemalt wurde. Black Dragon Pictograph Panel, Utah Black Dragon Pictograph Panel, Utah
Begriffe und Techniken zur Erstellung der Zeichnungen Es gibt drei grundlegende Kategorien: Petroglyphs, Pictographs und Intaglios. 1.) Petroglyphs (Petrogyphen) Petroglyphen   sind   weltweit   verbreitet   und   gehören   zu   den   ältesten   Kulturäußerungen   des   Menschen.   Die   ältesten   bekannten   Steinritzungen   wurden   in   der   Blombos Cave,   nahe   Kapstadt,   Südafrika   gefunden,   sie   sollen   75000   Jahre   alt   sein.   Der   Begriff   "Petroglyphen"   kommt   aus   dem   griechischen:   "Pertros"   für   Stein,   "glýphein"   für aushöhlen, heraus schnitzen. Petroglyphs sind Darstellungen aus prähistorischer Zeit, die in eine Felsoberfläche geritzt, geschabt oder gepickt wurde.  • Unter Ritzen versteht man das Vertiefen von dünnen Linien in das Gestein mit Hilfe eines harten Gegenstandes.  • Unter Schaben versteht man das Vertiefen von Flächen durch reibende Bewegungen.  • Unter Picken versteht man das Vertiefen von Flächen durch schlagende oder klopfende Bewegungen, wobei ein sehr unebenes Relief entsteht. Petroglyphs im Dry Canyon, Utah Petroglyph geritzt, White Mountain, Wyoming Petroglyph gepickt, Rochester Panel, Utah Petroglyphs   wurden   meistens   auf   Felswänden   mit   einem   dunklen   Wüstenlack   erstellt,   da   der   Kontrast   zwischen   der   dunklen   Oberfläche   und   dem   darunter   liegenden hellen   Sandstein   oder   Basalt   die   Sichtbarkeit   des   Designs   erhöht.   Einige   Gesteinsarten   sind   für   Peotrglyphs   besser   geeignet   als   andere.   Harte   Gesteinsarten   oder Gesteinsarten, die viel Quartz beinhalten sind nicht so gut für Peotrglyphs geeignet, ein mit Wüstenlack überzogener Basalt eignet sich sehr gut. Die   häufigste   Methode   zum   Erstellen   von   Bildern   ist   das   so   genannte   "Picken"   eines   Musters   in   den   Felsen.   Man   machte   dies,   indem   man   einen   "Hammerstone" benutzte   und   auf   die   zu   bearbeitenden   Fläche   schlug   oder   man   benutzte   2   Steine,   wobei   der   zweite   Stein   quasi   als   Meißel   diente.   Durch   die   Verwendung   von   Meißel und   Hammerstone   war   genaueres   "Picken"   möglich.   Man   will   festgestellt   haben,   das   bei   manchen   Zeichnungen   zuerst   die   Umrisse   in   den   Felsen   geritzt   bzw. geschlagen worden ist, um ein genaueres Design zu bekommen. Ein gepicktes Petroglyph hat eine raue, narbige Oberfläche. Bei   vielen   Zeichnungen   wurde   nicht   nur   der   Wüstenlack   entfernt,   es   wurde   zusätzlich   an   der   betreffenden   Stelle   der   Sandstein   eingeritzt   und   es   entstand   eine Vertiefung. Diese Methode ist besonders effektiv wo die Rock-Oberfläche besonders we ich ist oder wo eine dicke Lackschicht fehlte. Noch ein paar Petroglyphs: Detail vom Newspaper Rock, Utah Abstraktes Petroglyph im Dry Canyon, Utah. Es könnte aber auch die Darstellung vom Aufgang der vorherigen Welt und der Wanderweg zur jetzigen Welt sein. Rochester Panel, Utah - das wohl bemerkenswerteste Rochester Panel, Utah   Petroglyph Panel in der San Rafael Swell
Welche Bedeutung haben die Rock Arts? Über die Bedeutung der Darstellungen sind schon etliche Bücher geschrieben worden, daher hier nur ein paar Gedanken und Beispiele. Oft   haben   die   Darstellungen   für   die   Gemeinschaften,   von   denen   sie   stammen,   eine   hohe   kulturelle   und   religiöse   Bedeutung.   Dabei   sind   aber   keine   generellen Rückschlüsse   zulässig.   Das   Erkennen   der   Bedeutung   von   Felszeichnungen   ist,   wenn   überhaupt,   nur   durch   sehr   gute   Kenntnisse   der   Kultur,   die   sie   hergestellt   hat, möglich.   Die   Erforschung   der   Bedeutung   von   Petroglyphen   und   Pictographen   sind   Gegenstand   der   Archäologie   und   der   Ethnologie.   Es   gibt   somit   keine   allgemein gültigen   Erklärungen,   die   für   alle   Felszeichnungen   und   Bildzeichen   angewendet   werden   können.   Viele   Felsmalereien   sind   wahrscheinlich   Symbole,   die   etwas   für   die Menschen   bedeuteten,   die   sie   gemacht   haben.   Felszeichnungen   sind   auf   jeden   Fall   mehr   als   nur   "Rock   Art",   eine   Bilderschrift   oder   Naturdarstellungen.   Der   Kontext der    einzelnen    Bilder    zueinander    ist    sehr    wichtig    und    wesentlich    für    seine    Bedeutung.    Heutige    Natives    haben    erklärt,    dass    die    Platzierung    der    einzelnen Felszeichnungen   nicht   zufällig   sei.   Mit   Sicherheit   kann   man   sagen,   dass   Rock Art   keine   Graffiti,   Hieroglyphen   (z.   B.   bei   den   Ägyptern   und   Mayas)   oder   Kritzeleien   ist. Rock Art   kann   eine   Geschichte   erzählen,   eine   Trail   markieren,   eine   religiöse   Bedeutung   haben,   die   Geschichte   einer   erfolgreiche   Jagd   erzählen   oder   den   Verlauf   der Jahreszeiten    verfolgen.   Auch    Himmelsbeobachtungen    wurden    dargestellt.    Einige    Native    Gemeinschaften    hatten    "Spezialisten",    die    verantwortlich    waren,    die Sonnenposition   zu   verfolgen   und   andere   Himmelsgeschehnisse   zu   beobachten.   Andere   repräsentieren   Stammes-,   Clan-,   Kiva   oder   Gesellschafts-zeichen.   Einige Felszeichnungen   sind   auch   heute   noch   von   Bedeutung,   während   die   Bedeutung   anderer   nicht   mehr   bekannt   ist,   wohl   aber   deren   Zugehörigkeit   zu   einem   Zeitra um,   z. B. zu den Anasazi (those who came before) zu r echnen ist. Hier könnte eine Hunting Szene dargestellt sein. Repräsentiert dieses Bild die Zugehörigkeit zu einem Clan - den Snake Clan? Selbst innerhalb einer Kulturgruppe können die Felsmalereien unterschiedliche Bedeutungen haben, z. B. kann das Bild eines Hirsches mehr bedeuten als nur "ein Hirsch". Je nach den Umständen kann das Bild bedeuten: ein Ausdruck - "dieses Tier ist gut zu essen". Teil einer Jagdrituals - um die Fruchtbarkeit des Tieres zu erhöhen oder den Hunter zu befähigen, das Tier zu fangen. über die Qualität der Tiere - "z. B. die Schnelligkeit eines Hirsches" ein Clan-Symbol - Repräsentation einer Gruppe von Menschen (Deer-Clan) Darstellung einer Transformation - ein Schamane oder eine Person auf einer Visionssuche: Im Zustand der Umwandlung vom Mensch zum Tier. Um   zu   deuten,   warum   Felszeichnungen   erstellt   wurden   und   wie   sie   verwendet   wurden,   untersuchten   die Archäologen   die   Lage   der   Felszeichnungen   im   Zusammenhang mit   den   Wohnbereichen   und   Landschaften,   in   denen   sie   sich   befinden.   Sie   betrachteten   auch   die   Kultur   der   Völker,   den   Glauben   und   die   Geschichte.   Während   man sich diese Bilder betrachtet, sollte man wissen, dass viele Bilder nicht nur für die vergangenen sondern auch für die heutigen Kulturen von Bedeutung sind. Noch ein paar Beispiele: Ist dieses Bild ein Clan-Zeichen? Eine Schlange hat aber auch die  Bedeutung eines Blitzes.  Es könnte aber auch nur das Bild   einer Schlange sein.           Der Künstler wusste sicherlich welche  Bedeutung diese langen Ausfransungen an  den Armen haben. Heute weiß man nur, dass   diese Fransen sorgfältig gemalt wurden.    Stellte diese Zeichnung einen Regenengel dar?  Es gibt auch Geburtsszenen, ist diese eine Geburtsszene? Bei Moab gibt es auf dem Weg zum Hurrah Pass einen großen Felsbrocken, auf dem eine Geburtsszene dargestellt ist. Es soll auch Szenen mit Geschlechtsverkehr geben, es war damals kein Tabu-Thema.   Eine Spirale wird sehr häufig gefunden und ist das Symbol einer Wanderung. Das Symbol einer runden Spirale wurde häufig verwendet, um anzuzeigen, dass eine Siedlung verlassen wurde und dass sich die ursprünglichen Bewohner auf der Wanderung befinden. Eine runde Spirale mit einer Verbindung zu einer quadratischen Spirale soll anzeigen, dass die Bewohner eine neue Siedlung gefunden (erbaut) haben. Ein Regenbogen symbolisiert z.B. eine Brücke zwischen Erde und Himmel
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